Endometriose – Fragen und Antworten

Endometriose ist eine gutartige gynäkologische Erkrankung, die chronisch verläuft und starke Beschwerden auslösen kann. Vielen ist diese Erkrankung völlig unbekannt, dabei betrifft sie bis zu 15% der Frauen.

Welche Beschwerden und Begleiterscheinungen gibt es?

Das ist sehr unterschiedlich. Da unterschiedliche Symptome und Schweregrade vorkommen, wird Endometriose auch das „Chamäleon der Gynäkologie“ genannt. Manche Patientinnen haben starke Beschwerden, andere nur leichte oder gar keine.

Häufig genannte Symptome sind:

  • starker Menstruationsschmerz
  • zyklusunabhängige Schmerzen
  • starke und unregelmäßige Monatsblutungen
  • Bauch- und Rückenschmerzen
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen, beim Geschlechtsverkehr, beim Toilettengang
  • Beschwerden an Blase oder Darm
  • ungewollte Kinderlosigkeit.

Begleitend können chronische Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), diverse Darmerkrankungen, Allergien und Intoleranzen (z.B. Laktose- oder Histaminintoleranz), diverse Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Hashimoto, Unterfunktion der Schilddrüse, Fibromyalgie), erhöhte Infektanfälligkeit, Depressionen und weitere Erkrankungen auftreten.

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Wodurch entsteht Endometriose und wie häufig kommt sie vor?

Die Ursache konnte bislang nicht geklärt werden. Möglicherweise handelt es sich um eine multifaktorielle Erkrankung. Immunsystem, Hormone und genetische Faktoren, Entzündungsmediatioren und oxidativer Stress können eine Rolle spielen.

Endometriose ist übrigens keine Frage des Alters. Bereits Heranwachsende können ab der ersten Periodenblutung Symptome erleben. Die höchste Wahrscheinlichkeit, diese Erkrankung zu bekommen, liegt im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Zwischen 8 und 15% aller Frauen sind zwischen Pubertät und Wechseljahren von Endometriose betroffen. Das sind jährlich bis zu 40.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Damit ist die Endometriose nach Myomen (Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter) die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet.

Wie wird Endometriose diagnostiziert?

Die einzig sichere Möglichkeit, eine Diagnose zu stellen, ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Diese ist ein operativer Eingriff, bei der eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und untersucht wird.

Sechs Jahre vergehen bei Endometriose im Durchschnitt vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose, in manchen Fällen verstreicht deutlich mehr Zeit. Trotz der Häufigkeit und der erheblichen Auswirkungen für die Betroffenen wird diese Erkrankung allgemein wenig beachtet („forgotten disease“). Selbst die meisten Betroffenen haben vor ihrer Diagnose noch nie von Endometriose gehört.

Wie wird Endometriose behandelt?

Nach aktuellem Stand gibt es keine Behandlung, mit der Endometriose ursächlich geheilt werden kann. Es kann bei der Behandlung nur darum gehen, Beschwerden und Einschränkungen durch die Endometriose zu vermindern und Symptome zu lindern.

Die Behandlung richtet sich nach Schwere, Art und Lokalisation der Symptome. Zu den Therapiemöglichkeiten gehören

  • die operative Entfernung der Herde (diese können aber wieder nachwachsen)
  • Hormontherapie
  • Schmerztherapie
  • weitere begleitende Therapien (z.B. diverse Physiotherapien, Psychotherapie, Ernährungstherapie, Traditionelle Chinesische Medizin)
  • Kinderwunschbehandlung
  • begleitende Maßnahmen (Entspannungsübungen, Stress-, Schmerz- und Selbstmanagement, Sport und Bewegung, Yoga, Austausch in Selbsthilfegruppen).

Da Endometriose häufig mit Begleiterkrankungen einhergeht, reicht eine rein gynäkologische Behandlung in vielen Fällen nicht aus. Die große Belastung und chronische Schmerzen wirken sich auch auf die Psyche aus – auch das muss bei der Behandlung berücksichtigt werden.

Kann die Ernährung bei Endometriose etwas ausrichten?

Es gibt keine „Endometriose-Diät“ oder Ernährung, die Endometriose heilen kann. Dennoch ist die Ernährung ein wichtiger Baustein, denn

  • viele Betroffene leiden unter Verdauungsproblemen, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Entzündungen können durch Lebensmittel befeuert oder eingedämmt werden
  • eine ausgewogene Ernährung kann die allgemeine Fitness und das Wohlbefinden unterstützen.

Die Begleitung durch eine qualifizierte Ernährungsberatung kann sinnvoll sein. Sie kann dabei helfen, mit Unverträglichkeiten umzugehen und eine Versorgung mit Nährstoffen und anderen gesundheitsfördernden Substanzen sicherzustellen.

15 Empfehlungen für die Ernährung bei Endometriose in Verbindung mit einem gesunden Lebensstil gibt es hier

Quellen:

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (Hrsg.): Basiswissen Endometriose. Leipzig 2020

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (Hrsg.): Endometriose kommt selten allein. Begleitende Beschwerden und Krankheiten. Leipzig 2019

Hofmann Lioba: Endometriose und Ernährung. Ernährung im Fokus 01 2021. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Bonn 2021

Text: Ruth Rösch unter Mitarbeit von Maja Rösch

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